Taktik und Strategie sind auch in einem Trennungsgespräch wichtig. Deshalb solltest du dir darüber Gedanken machen, wie deine Partnerin oder dein Partner reagiert.
Von Torsten Geiling
Der FC Bayern und Borussia Dortmund stehen im Viertelfinale der Champions League und treffen nun auf Arsenal London und Atletico Madrid. Wahrscheinlich fragst du dich: Was hat das mit mir, meinen Beziehungsproblemen und einem vielleicht anstehenden Trennungsgespräch zu tun?
Auf den ersten Blick natürlich rein gar nichts. Auch der FC Bayern und der BVB könnten sich sagen: Was kümmert es uns, gegen wen wir antreten. Wir treten so dominant auf, dass die andere Mannschaft nur reagieren und dem Ball hinterherrennen kann.
Das Ziel nicht aus den Augen verlieren
Das funktioniert oft, aber nicht immer, vor allem wenn der Gegner spielstärker und taktisch besser geschult ist. So erging es Michael, der von sich sagt: „Ich bin in Diskussionen meinem Mann heillos unterlegen.“ Kein Streit und keine Auseinandersetzung in der er hinterher nicht das Gefühl hatte, als Verlierer vom Platz gegangen zu sein bzw. zumindest seine Position verteidigt zu haben.
Wenn es dir ähnlich wie Michael geht oder dich zumindest die Angst beschleicht, du könntest während des Trennungsgesprächs dein Ziel aus den Augen verlieren, dann solltest du ausreichend Zeit in die Vorbereitung investieren. Denn Taktik und Strategie sind nicht nur im Fußball die halbe Miete, wenn man ein Aufeinandertreffen erfolgreich gestalten möchte. Das gilt genauso im beruflichen Kontext für ein Gehalts- oder ein Jahreszielgespräch und im Privaten für Beziehungs- und Trennungsgespräche.
Mit welcher Taktik kommt man zum Erfolg?
Es ist immer sinnvoll, sich die Frage zu stellen, wer da noch auf dem Platz steht, wie das Gegenüber funktioniert, wo seine/ihre Stärken und Schwächen liegen und mit welcher Taktik man am ehesten zum Erfolg kommt.
Ja, das ist berechnend. Aber du hast du eine Entscheidung getroffen: Du möchtest dich, zumindest in diesem Moment, von deiner Partnerin oder deinem Partner trennen. Dann ist es nur legitim zu überlegen, wie du dieses Ziel erreichst. Niemand muss und sollte sich quälen.
Frag dich also, wie sich dein Gegenüber verhalten wird:
- Was wird passieren, wenn ich ihm sage, ich werde mich trennen?
- Wie wird sie reagieren?
- Rastet er aus? Was tue ich dann?
- Bricht sie zusammen? Was mache ich in diesem Fall?
- Oder bleibt er ruhig und sachlich? Und dann?
- Welche Fragen wird sie stellen?
- Welche Vorwürfe wird er mir machen?
- Welche Forderungen sind wahrscheinlich?
- Welche Vorschläge könnten kommen? Wie gehe ich damit um?
- Gibt es für mich einen Kompromiss zur Trennung?